1944: Jeden Tag müssen Frauen und Männer 400 Meter unter die Erde fahren,

um Rüstungsgüter zu produzieren. Henryka Sadowska erinnert sich:

„Alle Aufseher verhielten sich gegenüber den Häftlingen grausam und unmenschlich,

das Schlagen mit dem Metallstab hat ihnen deutlich Spaß gemacht.“

KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter werden bis Kriegsende ausgebeutet und ermordet.

Die Geschichte eines Bergwerks. Morsleben in Sachsen-Anhalt – ein deutscher Ort.

Die Ausstellung in der Info Morsleben bringt Licht in das Dunkel der Vergangenheit.

Es beginnt 1897. Schachtbau mit Schaufel und Hacke.

Kalisalz ist ein wertvoller Grundstoff für die Düngemittelproduktion.

Später wird auch Steinsalz gefördert.

Unter Tage entsteht ein Grubengebäude von über 5 km Länge und etwa 1,5 km Breite.

Ein idealer Ort für die Rüstungsproduktion im nationalsozialistischen Deutschland.

In der Endphase des 2. Weltkrieges sind Rüstungsfabriken

nur noch unter der Erde vor den alliierten Bombardements geschützt.

Zur DDR-Zeit dienen leerstehende Kammern als Hühnermastanlage.

Ende der sechziger Jahre ist die Salzförderung nicht mehr wirtschaftlich,

der Bergwerksbetrieb wird eingestellt.

Doch schon 1971

beginnt die DDR mit der Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen.

1987 kommen zusätzlich giftige Härtereisalze in das Bergwerk

Sie werden jedoch später wieder zurückgeholt.

Die Zeit nach der Wiedervereinigung wird derzeit inhaltlich aufgearbeitet

und zukünftig in der Ausstellung präsentiert.

Diese Weiterentwicklung der Ausstellung ist ein offener Prozess,

an dem die Öffentlichkeit teilhaben kann.