Wenn in der Asse keine Sicherungs- und Notfallmaßnahmen durchgeführt werden,

kann folgender, hier stark beschleunigter, Prozess stattfinden.

Durch den Druck des Gebirges auf die stark durchbaute Südseite des Bergwerks

können jederzeit neue Risse und damit Wegsamkeiten entstehen.

Die Folge: Immer mehr Wasser kann dann in das Bergwerk eindringen.

Auch nicht mehr an Salz gesättigte Wässer treten zu.

Große Teile des Grubengebäudes werden durchfeuchtet und verlieren an Festigkeit.

Die Verformungen werden beschleunigt.

Zusätzliche Rissbildungen und Löserfälle begünstigen den Wasserzutritt weiter.

Dieser Prozess wird zur Überflutung der Einlagerungskammern führen.

Zeitgleich wird das Grubengebäude weiter zusammengedrückt.

Weitere Risse bilden sich.

Geräte und Materialien, bei deren Zersetzung sich Gase bilden,

können dann aus Zeitgründen nicht mehr nach über Tage geschafft werden.

Auch über diese gebildeten Gase können Radionuklide in die Umwelt transportiert werden.

Das aufsteigende Wasser erreicht das leichter lösbare Carnallititfeld, also das Kalisalz.

Die schwer löslichen Stoffe bleiben stehen, andere lösen sich auf.

Diese Auflösung führt zu einem weiteren Festigkeitsverlust des Grubengebäudes.

Neue, zusätzliche, Hohlräume bilden sich.

Durch den Druck auf die Einlagerungskammern werden, sofern nicht bereits geschehen,

die Gebinde beschädigt und durch das sich bewegende Wasser werden die Radionuklide mobilisiert.

Diese können dann über bestehende Wegsamkeiten und vor allem über die Schächte austreten.

So gelangen die Schadstoffe in oberflächennahe Grundwasser führende Schichten.

Dort würden sich die Radionuklide und anderen Schadstoffe ausbreiten.

Um die dargestellten Vorgänge zu vermeiden

beziehungsweise die Konsequenzen eines unkontrollierbaren Wasserzutritts zu verringern

sind die folgenden geplanten Vorsorgemaßnahmen im Grubengebäude unbedingt erforderlich.