Bei dem Konzept der Vollverfüllung blieben die Abfälle am derzeitigen Ort.

Die Kammer mit den mittelradioaktiven Abfällen bei 511 Metern würde mit Sorelbeton verfüllt.

Dieser spezielle Beton begrenzt die Löslichkeit von radioaktiven Stoffen

und ist in seiner Zusammensetzung an das geochemische Milieu im Grubengebäude besonders angepasst.

In den Einlagerungskammern mit den schwachradioaktiven Abfällen

würden vorhandene Resthohlräume mit einem Brucit-Mörtel verfüllt,

der ebenfalls die Löslichkeit von radioaktiven Stoffen begrenzt.

Nach der Verfüllung würden die Einlagerungskammern mit Barrierebauwerken eingekapselt.

Dazu müssten aufgelockerte Bereiche im Salzgestein nachgeschnitten werden,

um möglichst undurchlässige Abdichtbauwerke zu errichten.

Nach der Fertigstellung der Barrierebauwerke

käme in sämtliche noch zugängliche Resthohlräume, bis zur 700-Meter-Ebene, Sorelbeton.

Von über Tage aus würde eine Magnesiumchlorid-Lösung in das Grubengebäude eingeleitet.

Bis zur 700-Meter-Ebene sollen damit kleinste verbliebene Hohlräume

und die Porenräume im Salzgrus-Versatz verfüllt werden.

Die Magnesiumchlorid-Lösung löst kein Stein- oder Kalisalz auf

und soll insbesondere das leichter lösliche Kalisalz-Abbaufeld

und die Einlagerungsbereiche gegenüber Zutrittswässern sichern.

Die offenen Grubenhohlräume oberhalb der 700-Meter-Sohle würden anschließend mit Sorelbeton verfüllt

und freiliegende Kalisalzschichten mit diesem Beton eingekapselt.

Ist das gesamte Grubengebäude verfüllt,

würden die Schächte mit einem Abdichtungssystem aus Sorelbeton und Bitumen verschlossen.

Damit wären nach etwa 8 Jahren die Stilllegungsmaßnahmen abgeschlossen.

Die radioaktiven Schadstoffe aus den Einlagerungskammern würden irgendwann

durch die eingeleitete Magnesiumchlorid-Lösung mobilisiert.

Dabei würden sie über längere Zeiträume in der Flüssigkeit verbleiben

und nicht in den oberen Teil des Grubengebäudes gelangen.

Oberhalb der 700-Meter-Ebene würde eine Phase des natürlichen Vollaufens einsetzen.

Das zutretende Wasser, das leichter ist als die Magnesiumchlorid-Lösung

würde dann praktisch wie Öl auf dieser schwimmen und sich nur gering vermischen.

Durch die Konvergenz, der Druck der umgebenden Gesteinsschichten auf das Grubengebäude,

würde der Flüssigkeitsspiegel der Magnesiumchlorid-Lösung und des darüber liegenden Wassers langsam ansteigen.

Erreicht das Wasser die Kammer mit den mittelradioaktiven Abfällen,

könnten auch hier Schadstoffe mobilisiert werden.

Die Sorelbeton-Verfüllung in der Kammer behindert die Freisetzung dieser Stoffe.

Bleibt der Wasserzutritt konstant wie heute, wäre das Grubengebäude nach etwa 60 Jahren komplett vollgelaufen

und es käme zu einer geringen Auspressung von Lösungen in das umgebende Deckgebirge.

In Folge der langen Transportzeiten, bis in die wasserführenden Schichten im Deckgebirge,

würden die mitgeführten radioaktiven Stoffe weiter zerfallen und ihre Konzentration beim Transport verringert.

Dennoch könnten radioaktive Stoffe schließlich in oberflächennahes Grundwasser

und von dort in die Nahrungskette gelangen.

Ob eine mögliche Strahlenbelastung für Mensch und Umwelt noch im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte läge,

müsste durch eine Langzeitsicherheitsanalyse nachgewiesen werden.